Das Liber Sancti Iacobi wird von der UNESCO in das Register zum Schutz bedrohter Aufzeichnungen und Dokumente aufgenommen

Der große Wert und die Bedeutung des Códice Calixtino werden durch den Eintrag in das Register zum Schutz bedrohter Aufzeichnungen und Dokumente von der Unesco anerkannt. Nach der Empfehlung des Internationalen Beratungskomitees wurde das aus dem Mittelalter stammende Manuskript, das sich im Archiv der Kathedrale von Santiago befindet, in das renommierte und wichtige Register aufgenommen, das herausragende und wichtige dokumentarische Zeugnisse der Menschheitsgeschichte enthält.

Die Initiative für die Aufnahme ging von der Xunta de Galicia aus, die den vom internationalen Expertenkomitee des Jakobswegs eingereichten Vorschlag übernahm und ihn im Plenum des Jakobeischen Rats im Dezember 2015 in Santiago de Compostela aus Anlass der Eröffnung des Heiligen Jahres der Barmherzigkeit vortrug. Die Empfehlung wurde damals von den übrigen autonomen Regionen und den in dieser Einrichtung vertretenen Institutionen unter dem Vorsitz des Ministers für Bildung, Kultur und Sport, Herrn Íñigo Méndez de Vigo, geprüft. Seine Behörde übernahm die Bearbeitung der Kandidatur durch die Generaldirektion für schöne Künste und Kulturgüter und für Archive, Bibliotheken und Museen und die Unterabteilung für staatliche Archive in Zusammenarbeit mit dem Generalsekretariat für Kultur.

Der Eintrag des Liber Sancti Iacobi in das Register zum Schutz bedrohter Aufzeichnungen und Dokumente beinhaltet die Bestätigung des Wertes und der bleibenden Bedeutung durch die Unesco und beweist, dass seine Wichtigkeit zeit- und kulturüberschreitende Tragweite besitzt. Deshalb muss es sowohl für jetzige als auch für künftige Generationen erhalten mit allen Völkern der Welt geteilt werden. Auf diese Weise werden sein Bestand und die Bewusstmachung für dieses Werk gefördert und der universelle Wert des jakobeischen Kulturerbes vertieft.

Ein Zeugnis für das europäische Mittelalter

Neben dem Códice Calixtino werden von der Unesco auch die aus dem Mittelalter stammenden und in Bibliotheken und Archiven Spaniens und Portugals aufbewahrten Kopien anerkannt. In diesem Sinne lautete der vollständige Titel für die Kandidatur: The Codex Calixtinus of Santiago de Compostela Cathedral and other medieval copies of the Liber Sancti Jacobi: The Iberian origins of the Jacobian tradition in Europe – als Beleg für die Bedeutung, die all diese dokumentarischen Zeugnisse im europäischen Mittelalter besaßen, mit deren Texten, die Tradition um die Verehrung des Heiligen Jakobus und des Jakobsweges festgehalten wurde.

Das Programm Memory of the World ist eine der drei zusätzlichen Initiativen der Unesco, mit denen der Schutz und die Bewusstmachung eines weltweiten Kulturerbes erhöht werden sollen. Die beiden anderen sind das Übereinkommen über den Schutz des Kultur- und Naturerbes der Welt, dem die Welterbe-Liste angegliedert ist, und die Konvention zum Schutz des immateriellen Kulturerbes. Galicien erweitert somit seinen Kulturgüterkatalog in diesen Programmen, in denen bereits die Altstadt von Santiago de Compostela, der Französische Jakobsweg, die Stadtmauer von Lugo, der Herkules-Turm in A Coruña, der ursprüngliche Jakobsweg und der nördliche Jakobsweg sowie verschiedener Kulturgüter auf den genannten Pilgerwegen, darunter die Kathedralen von Lugo und von Mondoñedo und das Kloster Santa María de Sobrado aufgeführt sind.

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