Galicien wird im Jahr 2020 eine Sitzung des Ausschusses der Regionen zum Thema Jakobsweg als ein neues Angebot für den Tourismus in Europa veranstalten.

Der galicische Vorschlag wurde noch vor der deutschen Kandidatur von Wismar in der endgültigen Entscheidung der AdR-Mitglieder auf der vierten Sitzung der Fachkommission für Natürliche Ressourcen und Landwirtschaft (NAT) des Ausschusses mit weitem Stimmenabstand angenommen.

Die zukünftige Veranstaltung der NAT, die 2020 in Santiago stattfinden wird, besteht aus einer Konferenz über mögliche Wege zur Nutzung des nachhaltigen Tourismus in der EU und einem Treffen zwischen regionalen und lokalen Vertretern des AdR.

Auf der heutigen Sitzung der NAT fand auch eine allgemeine Debatte über die Folgen der Überbelegung des Tourismus in Europa und deren Auswirkungen auf die europäischen regionalen und lokalen Gemeinschaften statt.

Brüssel, den 16. September 2019

Galicien wird im Jahr 2020 eine Sitzung des Ausschusses der Regionen zum Thema Jakobsweg als ein neues Angebot für den Tourismus in Europa veranstalten, wie die heutige Abstimmung in Brüssel ergab, wo die galicische Kandidatur mit dem Vorschlag der deutschen Stadt Wismar, der Hauptstadt des nordwestlichen Mecklenburgs, konkurrierte. Nach einer allgemeinen, von vielen Diskussionen geprägte Abstimmung wählten die AdR-Mitglieder schließlich Galicien zum bevorzugten Kandidaten, was es uns ermöglichen wird, den proeuropäischen Charakter unserer Region als Endphase des Jakobsweges zu unterstreichen und die Beziehungen innerhalb der Europäischen Union auf der Grundlage der Werte der Solidarität und Harmonie zu stärken.

Der Generaldirektor für Außen- und EU-Beziehungen, Jesús Gamallo, kündigte an, dass der galicische Vorschlag für Außenbeziehungen aus einer Sitzung der Mitglieder des AdR und einer Konferenz über mögliche Modelle eines nachhaltigen Tourismus in der EU mit dem Jakobsweg als repräsentativem Fall in diesem Wirtschaftszweig bestehen wird. Beide Aktivitäten werden im ersten Halbjahr des Jahres 2020 in Santiago de Compostela ausgerichtet. Gamallo verteidigte die Relevanz des galicischen Vorschlags vor den anderen europäischen regionalen und lokalen Vertretern, da dieser in direktem Zusammenhang mit dem Arbeitsprogramm und den politischen Prioritäten der NAT und des Europäischen Ausschusses der Regionen selbst im Hinblick auf die Herausforderung des nachhaltigen Tourismus steht.

Für die galicische Regierung ist der Jakobsweg ein gutes Beispiel für andere europäische Regionen und Städte, die ein Tourismusmodell suchen, das wirtschaftliche Entwicklung und Wettbewerbsfähigkeit mit der Nachhaltigkeit der natürlichen Ressourcen und des kulturellen Erbes verbindet und auch als Rückgrat der regionalen Kultur und des sozialen und geografischen Zusammenhalts fungiert. Darüber hinaus bemerkte der Generaldirektor in der Sitzung, dass die Entwicklung neuer Tourismusmodelle mit einer fortschreitenden Digitalisierung und Innovation einhergehen muss, um ein attraktives, wettbewerbsfähiges und nachhaltiges Tourismusangebot zu entwickeln.

Auf diese Weise wird die Xunta de Galicia im Jahr 2020 diese Sitzung der NAT über den Jakobsweg und andere mögliche nachhaltige Tourismusrouten in den Regionen und Städten der EU als Auftakt für das Projekt Xacobeo 2021 organisieren. In zwei Jahren wird im Rahmen des Heiligen Jahres des Jakobsweges in Galicien das Projekt Xacobeo 2021 realisiert, um unter anderem den kulturellen, natürlichen, menschlichen und wirtschaftlichen Reichtum des Jakobsweges hervorzuheben und zu fördern, das kulturelle Erbe der verschiedenen Routen zu bewerben, die Dynamik der von diesem Weg durchquerten ländlichen Gebiete zu steigern und den Dialog über diesen großartigen europäischen Pilgerweg zu fördern.

Debatte über den aktuellen Stand des Tourismussektors in der Europäischen Union
Die Debatte, die diese vierte Jahrestagung der NAT eröffnete, trug den Titel „Turismo: nuevas tendencias, desafíos y soluciones“ (Tourismus: neue Trends, Herausforderungen und Lösungen) und wurde vom Präsidenten der NAT-Kommission, dem Finnen Ossi Martikainen, geleitet, der als Redner verschiedene Mitglieder des AdR, Vertreter der Europäischen Kommission Unternehmen und Industrie (DG GROW), sowie den Präsidenten des Netzwerks der Europäischen Regionen für wettbewerbsfähigen und nachhaltigen Tourismus (NECSTouR), dem Galicien angehört, vorstellte.

Diese allgemeine Debatte über den europäischen Tourismus diente als gemeinsame Basis angesichts der bestehenden Besorgnis sowohl in den regionalen und lokalen Verwaltungen der EU als auch im Europäischen Ausschuss der Regionen selbst im Angesicht der Zunahme des europäischen Tourismus. Das gilt insbesondere wegen des erheblichen Drucks auf die Infrastruktur, die natürlichen Ressourcen und die Aufnahmekapazität der lokalen Gemeinschaften mit dem Besuch von Milliarden internationaler Touristen jedes Jahr. Diese Situation führt dazu, dass einige der beliebtesten europäischen Reiseziele (Venedig, Brügge, Dubrovnik…) immer mehr Maßnahmen zum Schutz ihrer Landschaften, Denkmäler und der lokalen Bevölkerung ergreifen.

Aus diesem Grund beschloss die NAT, diese Debatte zu führen, um die Frage der Nachhaltigkeit der europäischen Tourismusindustrie und ihrer Auswirkungen auf lokale und regionale Gemeinschaften in der EU zu untersuchen. Diese Arbeit des Europäischen Ausschusses der Regionen über mögliche Formen des nachhaltigen Tourismus steht im Zusammenhang mit einem im Mai veröffentlichten Dokument des EU-Rates, in dem festgestellt wird, dass der Tourismus einer der Kernbereiche der europäischen Wirtschaft ist, mit zunehmend positiven Auswirkungen auf Wirtschaftswachstum, regionale Entwicklung und Beschäftigung in ganz Europa. Der Grund dafür ist, dass der Tourismussektor rund 10 % des BIP der Union ausmacht und etwa 12 Millionen Arbeitsplätze schafft. Tatsächlich ist die Europäische Union mit einem Anteil von mehr als 40 % am Weltmarkt im Jahr 2018 das weltweit führende Reiseziel.

Die NAT-Kommission des Europäischen Ausschusses der Regionen
In diesem Mandat beteiligt sich Galicien sowohl an der Fachkommission für Natürliche Ressourcen und Landwirtschaft (NAT) als auch an der Fachkommission für Unionsbürgerschaft, Regieren, institutionelle Fragen und Außenbeziehungen (CIVEX) des Europäischen Ausschusses der Regionen. Die NAT-Kommission des AdR befasst sich unter anderem mit Themen wie der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP), der ländlichen Entwicklung, der Forstwirtschaft, der Lebensmittelerzeugung, der Gemeinsamen Fischereipolitik und der Meerespolitik.

Der Ausschuss der Regionen ist die beratende Versammlung, in der die lokalen und regionalen Behörden der Europäischen Union vertreten sind. Als Vertreter der Autonomen Gemeinschaft Galiciens ist der Präsident der Xunta von Galicien das nominelle Mitglied, während das Amt des stellvertretenden Mitglieds dem Generaldirektor für Außenbeziehungen und der EU obliegt.

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